HISTORIA BREMVM - Die Geschichte(n) der Ortsgemeinde Bremm an der Mosel
Die Stubener Fähre
    von Franz Josef Blümling
Appolonia und Peter Unzen beim Übersetzen mit einem Moselnachen nach Stuben zur Weinbergsarbeit - Bis zum Bau der Neefer Moselbrücke war Stuben nur mit dem Nachen zu erreichen.
1955, Quelle: Lotte Unzen, Bremm
Weitere historische Fotos finden Sie im
Alten Fotoalbum von Bremm an der Mosel
Fährmänner gibt ist nicht mehr viele an der Mosel. Es sind die Ferger (aus dem althochdeutschen „ferjo“ stammend, was mit Bootsmann zu übersetzen ist), die mit der Ponte oder mit einem Nachen Personen und Fahrzeuge von der einen Ufer-Seite zur anderen befördern. Immer mehr entstandene Brücken im Moselfluss ersetzten einen vormaligen Fährbetrieb. Letztlich mussten auch nach der Kanalisierung wegen veränderter Strömungsverhältnisse viele Fähren zusätzlich mit einem Motor ausgestattet werden, was die Wirtschaftlichkeit stark einschränkte.

Zuvor gab es hierzulande zumeist sogenannte Gier-Fähren (Seil-Fähren). An stabilen Masten war an jeder Uferseite ein starkes Drahtseil befestigt, das sich über die Mosel hin zog. Über das Seil lief eine Stahlrolle, die mittels eines weiteren Seiles an der Ponte befestigt war. Die Ponte stellte sich schräg gegen die Strömung und setzte sich so zur gewünschten Moselseite über.

Die Fährleute waren und sind auch noch heute harte und wetterfeste Kerle. Sind sie doch den ganzen Tag, von früh bis spät, Wind und Wetter ausgesetzt. Ein kräftiger Schluck Wein aus dem Krug lässt sie in nasser Kleidung nicht gleich krank werden.

Oberhalb des Klosters Stuben gibt es heute noch die Gemarkung „Ferg“. Daraus kann man schließen, dass hier einmal ein Fährbetrieb nach der Bremmer Uferseite hin bestand. Hier lag der Fährbetrieb außerhalb einer Flusskurve und war dadurch übersichtlich. Und in der anschließenden Gemarkung „Geferg“ dürfte ein kleines provisorisches Wetter-Haus für den zwischenzeitlichen Aufenthalt des Fährmannes gestanden haben, wie es Namenforscher so deuten.

  Wo die Fährmasten standen, ist heute nicht mehr auszudeuten.

Der Fährmann stand im Dienste des Kloster Stuben, das auf der anderen Moselseite beachtlichen Grundbesitz besaß. So mussten Fuhrwerke und Ackergeräte, aber auch viele Besucher und vor allem Pilger, welche die Reliquien des Klosters verehrten, über gesetzt werden.

Die Fährmänner Hermann und Niklas soll es einmal gegeben haben. Vom Letzteren wird überliefert, dass er im Kloster wohnte und sogar ein eigenes Zimmer benutzen durfte. Er war schon früh Waise geworden und fand gütige Aufnahme im Stift. Schon als Kind half er Hermann bei seinem Fährbetrieb.

Als Hermann starb, steuerte Niklas die Fähre. Er war gerade erst 17 Jahre. Die Ponte, nebst einigen Kähnen, stand schließlich anlässlich der Auflösung des Stiftes zur Versteigerung an.

Literaturquelle(n)
Adolf Bach   Rheinische Flurnamen
Kurt Bergen   Dem Calmont gegenüber
E. Martin   Wörterbuch der Elsässischen Mundarten
Ferdinand Pauly   Das Inventar des Klosters Stuben im Jahr 1789
 
Bildquelle(n)
Rainer Pellenz   Das Alte Fotoalbum von Bremm
 
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Dieser Beitrag wurde verfasst von Franz Josef Blümling, Zell   Korrekturdatum:
Eventuelle Korrekturhinweise bitte an info@naves-historia.de   20.06.2009 RP
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