HISTORIA BREMVM - Die Geschichte(n) der Ortsgemeinde Bremm an der Mosel
Bremmer Calmont oder Neefer Frauenberg
– wer kann es besser?
    von Karl-Josef Krötz, Geschäftsführer im Bremer Ratskeller
 
 
Weitere historische Fotos finden Sie im
Alten Fotoalbum von Bremm an der Mosel
 
Es ist vielleicht der vererbte Trotz der Moselwinzer, der hier die steilsten Weingärten Europas pflegt. Am linken Moselufer bei Bremm steigt im Calmont der Felsen 380 Meter aus der Flussaue – eine einzigartige, phantastische Architektur aus winzigen, schmalen Wingertschören und Mäuerchen, eine Sonnenpyramide, die schon den Römern ein bewunderndes „calidus mons“ – der heiße Berg – als geeignete Bezeichnung entlockte und über Generationen ein gigantisches Amphitheater für den Moselwein entstehen ließ. Der Blick öffnet sich zur gegenüber liegenden Seite auf die berüchtigte Moselschleife, die sich um die einsam stehende Ruine des Augustinerklosters Stuben (12. Jh.) – zuletzt bloß noch ein Stift für adlige Damen, da die klösterliche Zucht doch sehr zu Wünschen übrig ließ – mit den ehemals dazugehörigen Weinbergslagen, dem Neefer Frauenberg schmiegt. Im Hintergrund der sacht aufsteigende Petersberg. Hier alpines Feeling mit erschwerten Arbeitsbedingungen für die Winzer in extremer Steillage, dort in der Ebene, die von den Römern „nava“ (Neef) – das fruchtbare Land – getauft wurde, ungleich leichter zugängliche Rebzeilen.   - Es gibt wohl kaum ein vergleichbares Panorama, das eine Weinkulturlandschaft als Lebens- und Wirtschaftsraum so eindrucksvoll präsentiert. Im Hohlspiegel des Calmont erreichen die Temperaturen mediterrane Höhen, die kargen Quarzit- und Grauwacke-Schieferböden bieten kaum Halt für andere Pflanzenarten als vitis vinifera -hier dominiert König Riesling zu 90 Prozent die Anbaufläche, der auf den gut durchlüfteten mineralischen Böden geradezu ideale Wachstumsbedingungen findet. Die Weine des Calmont geben sich feinfruchtig, filigran, zuweilen burschikos-verspielt. Nach längerer Lagerung treten die vom Schiefer geprägten Aromen zunehmend in den Vordergrund. Entlang des Ufers gegenüber die etwas schwereren Böden des Frauenberg, die den Weinen ihre gleichwohl feine, aber zögerliche Kraft verleihen. Im Glas zeigen sie sich verhaltener, aber etwas runder als die Gewächse vom Calmont. Wer die Weine gegeneinander probiert, schwankt vielleicht zwischen der verhaltenen Grazie des Frauenbergs und dem freigeistigen Witz des Calmont – beide lassen allemal Dionysos auf der Zunge tanzen...

Wer wäre also Sieger in einem Wettkampf: Keiner! - ein klares Unentschieden!

 
 
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Dieser Beitrag wurde verfasst von   Korrekturdatum: 18.02.2011
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